Mathe und Musik: Lions-Förderpreis für Neuwieder Talente

Matthias Bergen und die Junge Philharmonie wurden am 28. Januar für besondere Leistungen ausgezeichnet – Feierstunde im Schlosstheater

Er liebt die Musik. Und widmet sich mit Leidenschaft der hohen Mathematik: Der 19jährige Neuwieder Matthias Bergen heimste am Klavier bereits zahlreiche Preise ein – und er gehört zu den besten Rechnern der Deichstadt. Gemeinsam mit der Jungen Philharmonie Neuwied erhält er Ende Januar den Förderpreis des Lions Clubs Neuwied Andernach für junge Talente.

„Mathematik ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man kriegt“, schmunzelt Matthias Bergen über die Frage, was einen jungen Menschen an Formeln fasziniert, die ganze Schultafeln füllen. Ob „Burnside´s Lemma“ oder der „Kleine Satz des Fermat“ – „die Logik der Strukturen der Mathematik faszinieren mich immer wieder aufs Neue,“ beschreibt das Mathe-Genie seine Leidenschaft für schwierige Lösungen. Am Rhein-Wied-Gymnasium wird Matthias Bergen im März sein Abitur in der Tasche haben, zeitgleich das 6. Semester eines Frühstudiums an der Uni Koblenz /Landau abschließen – und danach möglichst schnell einen Studienplatz antreten, „am liebsten in Cambridge oder Harvard.“ Der Weg an die Elite-Uni führt über eine Auslese der Besten – begleitet von teuren Vorbereitungskursen und arbeitsintensiven Auslandsaufenthalten. „Daher bin ich ungemein dankbar für die Unterstützung durch den Lions-Förderpreis, der mich meinem Berufsziel auf jeden Fall näher bringt.“ Der19-jährige hat klare Vorstellungen: „In der Mathematik sehe ich das Potential, nicht nur selbst davon zu profitieren, sondern auch in der Welt Veränderung zu bewirken – sei es in der Medizin, bei Fortschritten in der Technologie oder bloß beim besseren Verständnis von natürlichen, wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Ereignissen.“ Ein 1. Preis bei der Mathematik-Olympiade auf Landesebene und ein 1. Preis beim Bundeswettbewerb Mathematik zeichnen seinen Berufsweg vor.

Zielstrebigkeit und Perfektion offenbarte Matthias Bergen bereits in frühen Jahren. Als Sohn einer Klavierlehrerin kam er schon als Kind mit den Tasten in Berührung. Bevor er sich intensiv der Mathematik widmete, sammelte er bereits zahlreiche Preise in bedeutenden Musikwettbewerben, zuletzt 2014 einen 1. Platz sowie den Preis der Jury beim Wettbewerb „MusikTalente“.

Kinder und Jugendliche schon früh an die Musik heranzuführen ist seit 25 Jahren auch Ziel der „Jungen Philharmonie Neuwied e.V.“, dem zweiten Lions-Preisträger. Seit der Gründung im Jahre 1992 gingen aus dem Orchester bekannte Profi-Musiker hervor: Gründungsdirigent Frank Löhr ist heute Professor für Dirigat in Hannover, Cemablist Dominik Wortig begeistert als Solo-Tenor, Organist Lukas Stollhoff hat sich als Regionalkantor in Oberwesel einen Namen gemacht und Solist Konstantin Paganetti studiert an der Musikhochschule Köln. Er gilt als großes Talent für anspruchsvolle Solo-Partien. „Wir möchten schon frühzeitig Neun- bis Zwölfjährige in die Orchestergemeinschaft einbeziehen“, beschreibt Marcus Savelsberg vom Förderverein der „Freunde der Jungen Philharmonie Neuwied e.V.“ die Philosophie. Mit bislang acht Dirigenten konnte ein Orchester gehalten werden, das sich sowohl der klassischen Musik als auch Musicals und Filmmelodien widmet. Auf dem gemeinsamen Programm stehen zwei bis drei Konzerte pro Jahr, geprobt wird einmal die Woche im Werner-Heisenberg-Gymnasium. „Ganz besonders fiebern wir unseren Konzertreisen entgegen“, so Savelsberg. Neben dem gemeinsamen Musizieren führt das Orchester den Nachwuchs in Führungsaufgaben ein: Die jungen Musiker übernehmen im Vorstand oder als Konzertmeister Verantwortung. Vorsitzende ist zur Zeit die 21jährige Madeleine Scharenberg, die wie ihre 17jährige Stellvertreterin Jennifer Buch im Orchester Violine spielt. Auch Andreas Weis aus Andernach hat einmal bei der Jungen Philharmonie klein angefangen. Seit neun Jahren leitet er jetzt als Dirigent das Orchester, dessen Mitglieder aus einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Neuwied kommen.

Der Lions-Förderpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. 16 mögliche Kandidaten kamen in die Endausscheidung. „Wir freuen uns“, betont Martin Neudecker, amtierender Präsident des Lions Clubs Neuwied-Andernach, „mit unseren beiden Preisträgern junge Talente zu fördern, die sowohl in wissenschaftlicher als auch in kultureller Hinsicht Botschafter unserer Region sind.“

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 Mathegenie: Matthias Bergen möchte seine Leidenschaft für Zahlen zum Beruf machen. Fotos: LionsClub/Schöllkopf

 

Bilder von der Preisverleihung:

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Preis Konzert

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